Abteilungs-Geschichte
Badminton - der Sport: Seit 1980 besteht in der TGS die
Möglichkeit neben Tennis eine weitere Schlägersportart auszuüben. Hiermit
folgten wir dem Trend, demzufolge sich Mitte der 70er Jahre Badminton bundesweit
von nahezu unbekannten Randsportart für einige wenige Wettkampfspieler zu
einem Breitensport entwickelte, der seitdem Jahr für Jahr einen erfreulichen
Mitgliederzuwachs verzeichnen darf. Allein in Hessen bieten fast 300 Vereine
die Möglichkeit mit dem "Shuttle", wie der Spielball auf Englisch
heißt, zu spielen. Ein großer Vorteil von Badminton ist die Tatsache, dass
Wettkampf- und Freizeitspieler die gleichen Trainingstermine nutzen und sogar
gemeinsam Spiele im Training bestreiten können. Die wettkampforientierten
Spieler haben wiederum die Wahl zwischen Mannschaftsrunden und Turnieren,
auf denen jeder für sich oder mit seinem Doppelpartner antreten kann.
Lange Zeit war Deutschland international als drittklassig einzustufen.
Zwar gab es immer wieder einige deutsche Spitzenspieler, die sich in der europäischen
Spitze etablieren konnten, doch wurde Badminton größtenteils von andern Nationen
dominiert: England, Dänemark, Schweden, Indonesien, China, Kora und Russland
gehören seit Jahrzehnten zur Weltspitze. Große Hoffnung setzte der DBV (Deutscher-Badminton-Verband)
in den Nachwuchs. So gewann die U19-Nationalmannschaft 1999 sensationell die
Europameisterschaft, in den Einzel- und Doppeldisziplinen gab es viermal Gold,
je einmal Silber und Bronze.
Badminton - der Abteilungsvorstand: Jeder Verein, jede
Abteilung kann nur funktionieren und erfolgreich sein, wenn es einen intakten
und engagierten Vorstand gibt. Wir hatten über die Jahre das große Glück immer
über Mitglieder zu verfügen, die bereit waren unzählige Stunden ehrenamtlicher
Tätigkeiten zu leisten.
Es begann mit Manfred Jäger, der im Sommer 1980 eine "Badminton-Spielgruppe"
am Waldeck ins Leben rief, die dann im Herbst in die Aula der Waldschule umzog.
Bei der ersten Abteilungsversammlung am 27. März 1982 wurde er zum ersten
Abteilungsleiter gewählt. Hinzu kam Reinhard Riemel als Stellvertreter, Gabrielle
Düncher als Schriftstellerin sowie Thilo Kreis und Mathias Polak als Jugendbetreuer.
Nach vielen Jahren engagierter Aufbauarbeit trat Manfred Jäger 1989 zurück.
Er wurde von Mathias Polak abgelöst, der auch heute wieder diese Amt bekleidet,
nachdem zwischenzeitlich Marc Fietze und Thilo Kreis die Abteilungsführung
übernommen hatten. Unser Dank gilt allen, die in der Vergangenheit die Vorstandarbeit
mitgestaltet haben.
Badminton - die Mitglieder: Die erste Mitgliederliste
aus dem Jahr 1980 (noch handschriftlich) erstellt verzeichnet 26 Mitglieder,
von denen heute nur noch vier dabei sind: Marion Hetche, Thilo Kreis, Mathias
Polak und Reinhard Riemel. Jahr für Jahr stieg die Mitgliederzahl an, im Jahre
1991 wurde die "magische Zahl" von 100 Mitgliedern überschritten.
Zu einer glücklichen Fügung wurde die Tatsache, dass der Kern der Abteilung
sich aus einem bestehenden Freundskreis zusammensetzte, um den herum sich
nach und nach Freunde und Bekannte, aber auch viele Neue scharten, die freundlich
aufgenommen wurden. Von Anfang an wurden Jugendliche aufgenommen, da die Gründer
sich einig waren, so früh wie möglich mit der Nachwuchsarbeit zu beginnen,
damit die Abteilung langfristig bestehen kann. So gab es schon 1985 erstmals
eine Jugendmannschaft, die an der Verbandrunde teilnahm. Im Jahr 2000 haben
wir nun Mitglieder im Alter zwischen 8 und 50 Jahren, wobei der Schwerpunkt
inzwischen klar in der Jugendarbeit liegt, den ¾ unsrer 200 Mitglieder
sind noch nicht volljährig.
Badminton - die Mannschaft: Eine Badmintonmannschaft
besteht aus vier bis fünf Herren und zwei bis drei Damen. Diese spielen drei
Herreneinzel, zwei Herrendoppel sowie je ein Dameneinzel, Damendoppel und
ein Mixed-Doppel. Diese acht Spiele bilden zusammen das Mannschaftsergebnis.
Es wird in folgenden Klassen gespielt: C-, B- und A-Klasse, Bezirksklasse,
Hessenliga, Oberliga, Regionalliga, 2. und 1. Bundesliga.
In der Saison 1982/83 trat erstmals eine Mannschaft für die
TGS an. Wie nicht anders zu erwarten war, wurde kein Spiel gewonnen und man
beendete die Saison als letzter in der C-Klasse. Doch dies sollte nicht lange
so bleiben: Zwei Jahre später wurde eine zweite Mannschaft gemeldet und ein
Jahr später stieg die "Erste" in die B-Klasse auf. 1989 - inzwischen
verfügten wir über drei Teams - erreichte die 1. Mannschaft die A-Klasse,
gleichzeitig rückte die 2. Mannschaft in die B-Klasse nach. Doch damit nicht
genug: Auch die 2. Mannschaft erreichte 1992 die A-Klasse und die TGS war
inzwischen mit vier Teams in den Verbandsrunden vertreten.
Nach mehreren Anläufen gelang es 1998 den lange ersehnten Aufstieg
in die Bezirksklasse, der ohne die gute Jugendarbeit der letzten Jahre sicher
nicht möglich gewesen wäre. Der Start verlief verheißungsvoll, doch nach einer
unglückliche verlaufenen Rückrunde kam es zum denkbar knappen Abstieg. Gegen
Ende der Rückrunde lässt sich auf ein Wiederaufstieg hoffen.
Die Anzahl der Mannschaften ist über die Jahre wieder auf zwei
geschrumpft. Dies ist zum einen auf eine Folge der veränderten Alterstruktur,
zum anderen ein Trend der die meisten Vereine und auch andere Sportarten durchzieht.
Die Bereitschaft sich über eine ganze Saison einer Mannschaft und den festen
Trainings und Spielterminen zu verpflichten, lässt mehr und mehr nach.
Badminton - die Turniere und das Gesellige: Dies sind
zwei Begriffe, die im Badminton nicht zu trennen sind. Gesellige Höhepunkte
ist sicher die alljährlich Teilnahme am Offenbacher Mainuferfest. Obwohl jeder
weiß wie viel Arbeit damit verbunden ist, wird diese Veranstaltung immer zum
Jahrestreffen der Abteilung, aber auch mit ehemaligen Mitgliedern, Spielern
befreundeter Vereine und gemeinsamen Freunden.
Beschränken sich sportlichen Aktivitäten in den Anfangsjahren
auf Training und Mannschaftsspiele, so entwickelte sich unsere Abteilung zu
einer Truppe, die bald auf Turnieren in ganz Hessen und darüber hinaus zu
den teilnehmerstärksten Vereinen gehörte. Unzählige Wochenenden mit Zeltlagern
an den Sporthallen werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer in Erinnerung
bleiben. Als Highlight seien nur die Winzerfestturniere in Bensheim mit seinem
nur Insider bekannten Fischreservoir und der Spessartpokal in Goldbach genannt.
Die Teilnehme an Badmintonturnieren kommt einem Großfamilientreffen gleich.
Meist verbringt man ganze Wochenenden mit Spielerinnen und Spieler befreundete
Vereine oder in der Nähe der Sporthallen. Fachsimpeleien und kritische Gespräche
mit anderen "Turniernasen" sind auf der Tribüne oder bei Rindsworscht
(hoffentlich ohne BSE) und Bier an der Tagesordnung.
Auch als Ausrichter von Turnieren haben wir uns einen Namen
gemacht. So fanden viele offizielle Ranglistenturniere unter unserer Region
statt. Die größte Veranstaltung dieser Art ging im Dezember 1995 zum 15-jährigen
Bestehen der Badmintonabteilung in der Mathildenschule über die Bühne: Die
Hessischen Meisterschaften der Senioren. Die Organisation für ein Turnier
dieser Größenordnung zeigte uns aber die Grenzen der damaligen Möglichkeit.
Wir brachten es zwar ohne nennenswerte Probleme über die Bühne, doch die Bereitschaft
vieler Mitglieder zur Mithilfe hielt sich in Grenzen. Hinzu kam die mangelnde
Unterstützung von Seiten des Verbandes, der Veranstalter dieses Turniers war.
Seitdem beschränken wird uns auf Turniere auf Bezirksebene. Insgesamt sechsmal
fand der OPEL-Cup statt. Ein Mannschaftsturnier für Bezirks- bis C-Klassen-Mannschaften
das wird ins Leben riefen. Die Beteilung war in den ersten Jahren sehr gut,
doch mit den Jahren ließen die Teilnehmerzahlen, wie auch bei anderen Turnieren,
stark nach und wir mussten uns leider entschließen das Turnier einzustellen.
Die zahlreiche Veranstaltungen und Ausflüge bedeuten unzählige
Stunden der Organisation. Den hiermit verbundenen Spaß und die unvergesslichen
Tage möchte aber sicher niemand missen.
Badminton - die Jugendarbeit: Die bisherige Krönung jahrelanger
Aufbauarbeit waren 1999 dritte Plätze bei den Hessischen Meisterschaften in
der Altersklasse U13. Dennis Oehme und Tatjana Wink, die inzwischen ebenso
wie Timm Schützhofer den HBV-Kader angehören, belegten die Plazierung im Einzel
und Doppel; Doppelpartner waren Alexander Kopp sowie eine Spielerin aus Gernsheim.
Die Jugendmannschaft ist als Herbstmeister auf dem Wege zur Bezirksmeisterschaft
und der 1. Schülermannschaft ist der Meistertitel in der Grundklasse kaum
noch zu nehmen. Gemeinsam mit der SG Anspach, die seit vielen Jahren die treibende
Kraft in der Jugendarbeit des Bezirks Frankfurt ist, sind wir inzwischen der
stärkste Verein in den Altersklassen U11 bis U15. Schwerpunkt bilden die Besuche
nahezu aller offiziellen Bezirks-, Hessen- sowie überregionaler Turniere.
Diese ständige Wettkampfpraxis und die hierbei gesammelten Erfahrungen erklären
das hohe Leistungsniveau.
Als Glücksfall ist für uns sicher die Einweihung der Sporthalle
der Schule Bieber im Herbst 1998 zu bezeichnen. Sie ist die Wiege der genannten
Erfolge und bietet nahezu optimale Verhältnisse. Die Zusammenarbeit mit der
Schulleitung bei der Talentsuche ist vorbildlich. In verschiedenen Gruppen
werden die Nachwuchsspieler behutsam und altersgerecht aufgebaut. Die privaten
Bindungen unserer jungen Spieler bilden eine hervorragenden Basis für ein
dauerhaft funktionierendes Vereinsleben.
Badminton - die Zukunft: Die in den letzten Jahren stark
nachlassende Bereitschaft zur Übernahme ehrenamtlicher Tätigkeiten und zur
Teilnahme an Mannschaftskämpfen stellen im angehenden Jahrhundert eine große
Herausforderung für alle Vereine dar. Neue Ideen, neue Strukturen sind erforderlich
um ein Fortbestehen der Vereine und Abteilungen zu ermöglichen. Ziel der Abteilung
Badminton sollte es sein, neben der langfristigen Förderung ihrer jungen Talente,
für eine breite Basis zu sorgen, in der sowohl Wettkampfbetrieb für Leistungswillige
als auch interessante Angebote für weniger ambionierte Mitglieder existieren,
die vor allem Spaß und Geselligkeit suchen.
Abschließend sei die Hoffnung ausgesprochen, dass wir weiterhin
einen vorbildlichen Vorstand haben werden und unserem Verein eine sehr gut
funktionierenden grundlegenden Strukturen erhalten bleiben. Ohne die Turnabteilung,
die in frühen Jahren Kinder für den Verein begeistert und die sportlichen
Grundlagen für die "spezialisierten" Abteilungen legt, wären Kinder
und Jugendliche schwer als Mitglieder zu gewinnen.
Mathias Polak